na bravo, ich bin wieder mal voll auf die schnauze geknallt. der neue mann im spiel, der steirer hatte mich schon vor dem musiker angeschrieben, aber dann doch irgendwie kalte füße bekommen. und ich war auch nicht unglücklich darüber, weil ich mich ja inzwischen beim musiker schon emotional verausgabt hatte.
und vor ein paar wochen war er dann auf einmal wieder da. in facebook. macht mir komplimente über mein wunderhübsches foto und will telefonieren. haben wir dann auch. und dann auch wieder. und dann nochmal. zumindest eine geniale stimme hatte er schon mal.
dann haben wir uns getroffen. ein sonniger nachmittag, ein holzsteg, glitzerndes wasser, ein paar enten und schwäne und wir zwei. nett wars und seltsam vertraut und sicher. mir hat seine ruhige, gelassene ausstrahlung gefallen. seine optik weniger, aber die war dann irgendwie nimmer so wichtig. und auch, dass er ein paar zentimeter kleiner war als ich, hat mich nicht wirklich gestört. nein, nichtmal sein unsägliches parfum konnte mich abschrecken. und spätestens da war mir klar, dass es mich wohl ein bissl erwischt hat. vier stunden lang haben wir gelacht und geredet und geschwiegen – ganz ohne verkrampfte momente.
und dann die positive überraschung – er hat sich gleich fürs nächste wochenende wieder angekündigt. endlich mal ein mann, der nägel mit köpfen macht und nicht gleich wieder die flucht ergreift – so hab ich gedacht.
und tatsächlich stand er letztes wochenende wieder vor meiner tür. ein bissl nervös, mit einer tafel zotter-schokolade als mitbringsel. wieder raus ins grüne, diesmal auf die wiese hoch oben über der stadt, wo man so schön den kopf wieder frei kriegen kann. dort hat er mich das erste mal geküsst und das hat meine euphorie erstmal gewaltig gedämpft. das war so ziemlich der schlimmste kuss, den ich je erlebt hab. sowas ist natürlich schwer zu beschreiben, aber er hats irgendwie geschafft, seinen ganzen mund über meine lippen zu stülpen und zu saugen. ungefähr so hab ich mir immer den kuss der dementoren bei harry potter vorgestellt.
unterbrochen wurde das ganze von offenbar verspielt wirken sollendem züngeln, das aber leider nur abturnend war.
nachdem er aber ja extra wegen mir nach wien angereist war, sah ich erst mal keine möglichkeit mich abzuseilen. inzwischen hatte er nicht mehr wirklich chancen bei mir, aber bei gott, er hat verstanden sie zu nutzen. zuerst hat er mich mit aperolspritzer abgefüllt und dann mit netten komplimenten und dann hatte er mich irgendwann soweit, dass ich ihn mit nach hause genommen hab.
nein, nicht um ihn zu vögeln, mir ist nur schlicht und einfach kein lokal mehr eingefallen, in das ich ihn schleppen könnte. verantwortungsbewusst wie ich bin, hab ich ihm natürlich gleich gesagt, dass das keine übernachtungseinladung ist. hat er akzeptiert, also rauf in die wohnung. und da gings dann los. zuerst nur ein bissl geschmuse – da erschien mir seine kusstechnik dann nimmer ganz so schlimm und irgendwie war da schon eine starke anziehungskraft da… obwohl… ich wollte definitiv nicht mit ihm ins bett, es war mir einfach noch zu früh, ich sah da wirklich potential mit ihm und ich wollte das langsamer angehen. und dann bin ich so richtig nach strich und faden verführt worden. er hat hartnäckig alle meine argumente und verweigerungsversuche ignoriert und so lange an mir rumgestreichelt, geleckt und geküsst, bis ich so scharf war, dass es kein zurück mehr gab. und wow, ich konnte mich echt nicht beklagen, er war wirklich gut.
und doch. da war dieser wirklich ekelhafte nachgeschmack am nächsten tag. erstmal hatte er massiv meine grenzen überschritten und das obwohl ich ihn ganz klar darauf hingewiesen hab. ich fühl mich immer noch ein stück benutzt. und irgendwie konnte ich gar nicht fassen, wie schnell wir von einer netten frühlingsromanze zu einem schnellen fick gewechselt hatten. und wenn ich in ruhe darüber nachdenke, dann war es wohl das einzige, was er die ganze zeit im sinn hatte, sonst hätte er meine abwehr wohl respektiert. verdammt, wenn er das von anfang an gesagt hätte, hätte ich wenigstens eine chance gehabt, mein herz rechtzeitig zu verschließen.
er ist über nacht geblieben, das schon. aber am nächsten tag ist er ohne frühstück aufgebrochen und leider auch ohne jeden kommentar dazu, ob und wann wir uns eventuell wieder sehen. dafür hat er sich noch ausgiebig (und nicht gerade symphatisch) über meinen kater beschwert, der die nacht auf seiner sorgsam auf dem sessel abgelegten kleidung (hose, socken und slip) verbracht hat. also eins kann ich euch sagen, falls ihr jemals auf der suche nach irgendwas seid, was euch abturnt, dann schaut mal eurem lover dabei zu, wie er eine halbe stunde lang seine socken und unterhose mittels fusselroller von katzenhaaren befreit. uncooler gehts echt nimmer!
tja, und seitdem ist funkstille und ich fürcht, die wirds auch bleiben. und auch wenn das bild von dem fusselroller mich für alle zeiten von jeglicher verliebtheit befreien sollte… ich bin traurig… und wütend… und enttäuscht… verdammt!
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